Bericht über den Weltmarkt für Edelmetalle für das 4. Quartal 2020

Mgr. Libor Křapka, Geschäftsführer von IBIS InGold®, a. s.

15. 01. 2021

Das Jahr 2020 war in vielen Bereichen nicht günstig. Dies gilt jedoch nicht für Anlagegold. In US-Dollar ist sein Preis am stärksten während der letzten zehn Jahre gestiegen. Und sein Aufstieg ist definitiv noch nicht vorbei, oder genauer gesagt, sein Aufstieg beginnt gerade erst...  

 

6. Januar 2021, Prag – Der Goldpreis im 4. Quartal des letzten Jahres wurde hauptsächlich von zwei Ereignissen beeinflusst - der Wahl des US-Präsidenten und der Ankündigung erfolgreicher Tests des COVID-19-Impfstoffs.

Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den US-Wahlen, die durch deren knappes Ergebnis, die Anzahl der Stimmen sowie die Art und Weise der Abstimmung (eine beispiellose Anzahl von Korrespondenzstimmen) hervorgerufen wurde, führte dazu, dass sich Gold erneut der Grenze von 2 000 USD pro Feinunze näherte. Obwohl die Ergebnisse am Vormittag des 4. Novembers (europäischer Zeit) bekannt sein sollten, gab es die ganze folgende Woche Spekulationen über den Gewinner. Joe Bidens Sieg ist eine gute Nachricht für Gold, eine schlechte für Bargeld. Es wird eine lockere Währungspolitik zur Unterstützung der Wirtschaft erwartet. Mit der Ernennung der ehemaligen US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen zur Finanzministerin in seinem Team hat Joe Biden diese Überlegungen nur bestätigt. In ihrer vorherigen Funktion war Janet Yellen eine überzeugte Befürworterin des Drucks von neuem Geld - der sog. Politik der quantitativen Lockerung. Seit 2008, also seit dem Ausbruch der Finanzkrise, wurde das Volumen der US-Dollar in der Wirtschaft bis heute um 75% erhöht!

Seit dem Jahr 2008 hat die Verschuldung praktisch aller Staaten zugenommen. Schuldenaufnahme war die einzige Lösung für die Finanzkrise. Dieser Anstieg der Verschuldung endete nie und eskalierte mit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie noch weiter zu unvorstellbaren Ausmaßen. Die Weltverschuldung beläuft sich derzeit auf 277 Billionen USD. Mit diesen enormen Schulden ist ein weiteres Paradox verbunden. Die Schulden im Wert von mehr als 17 Billionen USD bringen eine negative Rendite, der Gläubiger zahlt dem Kreditnehmer dafür, dass er ihm Geld leihen kann. Dies ist doch absurd und weist nur auf einen absoluten, weltwirtschaftsübergreifenden Wertverlust des Geldes hin.

Weitere Geldzuflüsse in die Wirtschaft vervielfachen nur diese Schulden. Dass die Inflation kommt, ist bereits jedem klar. Ich persönlich denke, dass es leider eher eine Stagflation geben wird, die Inflation wird mit einer Stagnation der Wirtschaft einhergehen, die mit steigender Arbeitslosigkeit verbunden sein wird. Davon betroffen werden  vor allem Dienstleistungen, Tourismus und Fluggesellschaften sein, die bereits jetzt schon große Probleme lösen, und ohne die Hilfe und Unterstützung des Staates (d. h. eine weitere Verschuldung des Staates) würde niemand ihren Bankrott abwenden können.

Aus all diesen oben angeführten Tatsachen ist klar, dass Gold der Gewinner der kommenden Krise sein wird. Und nicht nur das. Analysten sind sich branchenübergreifend einig, dass uns ein mindestens zehnjähriger Handelswaren-Superzyklus bevorsteht. 90 % des Wertes aller Firmen werden hauptsächlich aus ihrem virtuellen Wert gebildet – aus möglichen zukünftigen Gewinnen, die jedoch bei einer Krise nicht kommen. Nur 10% des Wertes des Finanzmarktes bestehen aus realen Vermögenswerten, und dies sind Handelswaren. Und die Handelswaren werden gerade von Gold dominiert.

Von der Abwertung des Geldes werden am meisten vor allem die Bareinlagen auf Bankkonten betroffen sein. Leider sind die auf Bankkonten zurückgelegten Ersparnisse von Haushalten und Firmen derzeit die höchsten in der Geschichte. Daher werden diejenigen, die jetzt nicht mit Bedacht in Handelswaren und insbesondere in Gold investieren, bald und leider auch am eigenen Leib die unvernünftige Staatsschuldenpolitik zu spüren bekommen. Die einzige Lösung für eine so große Verschuldung ist ein riesiger und absichtlicher Wertverlust des Geldes. Die Staaten haben enorme Macht in ihren Händen, die sie ohne zu zögern nutzen werden, um ihre enormen Schulden zu bekämpfen.

So, wie wir richtig vorausgesagt haben, dass 2019 und 2020 Jahre des Goldes sein werden und der Goldpreis in diesen zwei Jahren gegenüber dem Vorjahr um 40% gestiegen ist, sind wir jetzt davon überzeugt, dass dies erst der Anfang war. Das reale Wachstum von Gold liegt noch vor uns. Dies bekräftigen auch die Prognosen von Bankanalysten, die nicht gerade Gold befürworten, aber nüchterne Prognosen für das Jahr 2021 sprechen von einem Preis von 3 000 USD pro Unze und die optimistischen von einem Preis von über 5 000 USD pro Unze im Jahr 2023. Goldinvestoren dürfen sich somit auf jeden Fall freuen.

 

Edelmetalle im 4. Quartal 2020 

 
gold
Silber
Platin
Palladium
Höchster Preis USD/oz
1 965,25
27,10
1 087,00
2 547,00
Datum
6. 11. 2020
21. 12. 2020
4. 12. 2020
9. 11. 2020
Niedrigster Preis USD/oz
1 764,90
21,90
841,19
2 170,93
Datum
30. 11. 2020
30. 11. 2020
29. 10. 2020
29. 10. 2020

 

Edelmetalle im 4. Quartal 2020 

gold
Höchster Preis USD/oz
1 965,25
Datum
6. 11. 2020
Niedrigster Preis USD/oz
1 764,90
Datum
30. 11. 2020
Silber
Höchster Preis USD/oz
27,10
Datum
21. 12. 2020
Niedrigster Preis USD/oz
21,90
Datum
30. 11. 2020
Platin
Höchster Preis USD/oz
1 087,00
Datum
4. 12. 2020
Niedrigster Preis USD/oz
841,19
Datum
29. 10. 2020
Palladium
Höchster Preis USD/oz
2 547,00
Datum
9. 11. 2020
Niedrigster Preis USD/oz
2 170,93
Datum
29. 10. 2020

 

Gold – Während der US-Wahlen und der Unsicherheit bezüglich der endgültigen Ergebnisse stieg der Goldpreis auf ein Niveau von 1 965 USD pro Feinunze. Ende November, nach einer Reihe von Berichten über erfolgreiche Tests des Covid-19-Impfstoffs, korrigierte Gold kurzzeitig seinen Wert unter den Preis von 1 800 USD, um ihn anschließend erneut auf knapp 1 900 USD zu erhöhen. Langfristig halten wir einen Preis von unter 2 000 USD für eine gute Kaufgelegenheit.

Silber – Der Silberpreis wich nicht bedeutsam von der Richtung des Goldpreises ab. Zum Zeitpunkt der US-Wahlen lag er bei 26 USD pro Unze. Ende des Jahres übertraf er für kurze Zeit den Preis von 27 USD/oz, als er zwei Tage lang sprunghaft um einen Dollar pro Unze anstieg und dann wieder um einen Dollar fiel. Der Grund für einen solchen Anstieg war der spekulative Kauf eines Investmentfonds. Bei Silber sind diese Preisschwankungen häufiger und eine kurzfristige Investition in Silber kann riskanter sein als bei Gold.

Platin – Der Platinpreis überstieg zum Ende des Quartals die Preisgrenze von 1 000 USD pro Unze. Grund für die Preiserhöhung war der Bericht über den erfolgreichen Test des Impfstoffs und die damit verbundene erwartete Belebung der Automobilindustrie, die für die Verwendung von Platin von entscheidender Bedeutung ist.

Palladium – Der Preis für Palladium entwickelte sich diesmal etwas abweichend vom Platinpreis. Palladium verzeichnete zwar den niedrigsten Preis am selben Tag wie Platin (vor den US-Wahlen, als Umfragen Joe Biden einen klaren Sieg zuschrieben), stieg dann aber nur an wenigen aufeinanderfolgenden Tagen auf über 2 500 USD pro Unze. Innerhalb von 10 Handelstagen verzeichnete Palladium ein Wachstum um 17%, was auf lange Sicht eine sehr bedeutende Entwicklung ist. Diese Volatilität spricht für ein eindeutiges Risiko bezüglich der Investition in dieses Metall.