Gelbes Metall brach seinen britischen Pfund-Preisrekord. Brexit, Handelskriege und Intuition treiben ihn voran

Redakce IBIS InGold

08. 08. 2019

Gold hat am Montag einen weiteren Rekord gebrochen und in Pfund ausgedrückt einen Achtjahresrekord erreicht. In Großbritannien wurden große Einkäufe getätigt und fast keine Verkäufe verzeichnet, wodurch es sich, der Gesellschaft BullionVault nach, vom Rest der Welt unterschied. Seit Mai stieg der Preis für dieses Edelmetall um 25 % bis zu 1 209,55 Pfund, berichtet die Agentur Reuters.

 

Die Hauptantriebsmotoren des Raketenanstieges vom Preis des gelben Metalls sind Brexit und die Fortsetzung von schlechten oder sogar immer mehr angespannten Geschäftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China. Durch Handelskriege, die anderswo auf der Welt geführt werden, wird jedoch der Goldpreis auch stark beeinflusst und das Metall überschritt damit sein Grenzlimit von 1 204,63 Pfund für eine Feinunze vom Jahr 2011.

Zur Preiserhöhung trug auch die Tatsache bei, dass das Pfund gegenüber dem Dollar am schwächsten seit 2017 war. Die Investoren kauften also das von dieser Währung gedeckte Gold.

Die wirtschaftliche Situation ist volatil und nur selten ahnt jemand in der Tat voraus, in welche Richtung die Weltwirtschaft weiter hinziehen wird. Dies führt die Investoren zum Wunsch nach defensivem Vermögen, das nicht nur das Risiko gut diversifiziert sondern auch andere Investitionen erspart, wenn schlechte wirtschaftliche Zeiten eintreten.

Einiges von diesem aktiven Kapital, wie zum Beispiel Obligationen, bietet nicht so profitable Renditen wie Gold, und darum scheint das Metall den Investoren attraktiver zu sein. Konkret in Großbritannien bieten beispielsweise Obligationen niedrige Renditen seit etwa 10 Jahren.

Gleichzeitig zwingt die Situation die Zentralbanken, dass sie ihre Zinssätze unverändert lassen oder sie sogar reduzieren, was gleichfalls zu einem größeren Wunsch führt in Gold zu investieren.

Dem Metall halfen auch britische ETF-Fonds, die der Organisation World Gold Council nach zu ihrem Besitz 63 Tonnen des gelben Metalls mit einem Gesamtwert von rund 3 Milliarden US-Dollar hinzufügten. Britische ETF-Fonds beteiligten sich mit 60 % auf der Gesamtzunahme der Nachfrage der ETF-Fonds nach Gold.

Gold geht auch in anderen Währungen gut vor. In US-Dollar – dem häufigsten Indikator für dessen Preis – kostet eine Feinunze bereits mehr als 1 450 US-Dollar, was ein Maximum von sechs Jahren ist. Ebenso gut geht es beispielsweise auch in indischen Rupien vor.

Gelbes Metall ist heutzutage sehr populär und nach Worten von Ross Norman, dem Direktor von Sharps Pixley, sind Handelskriege und Brexit nicht die einzigen Gründe, warum die Investoren es in ihrem Portfolio haben möchten. Er behauptet, dass die Investoren endlich begannen sich bewusst zu machen, wie vorteilhaft es ist Gold zu besitzen und über welche Macht es in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit verfügt.

„Gold wird vor allem dank dem Gefühl der Investoren vorwärts gedrückt, dass etwas nicht ganz in Ordnung sei“, sagt Norman über die Situation in der Wirtschaft und über den Wunsch in Gold zu investieren.