Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Goldpreises um bis zu 38 %

Redaktion IBIS InGold

26. 07. 2021

Die Zentralbank der Vereinigten Staaten von Amerika FED hat sich möglicherweise geirrt. In ihren Vorhersagen betrachtete sie nämlich die steigende Inflation als vorübergehendes Phänomen, das bald abklingen würde, sowie eine leichte Erkältung. Nach aktuellen Prognosen hat die derzeitige Wirtschaft jedoch mit einer echten Epidemie zu tun.

 

Der Verbraucherpreisindex (CPI) wich in den USA von allen Prognosen ab. Der CPI stieg im Jahresvergleich auf 5,4%, was ein Anstieg von 0,4% gegenüber dem Vormonat ist und deutlich über den geschätzten 4,9% liegt. Diese Zahlen sind die höchsten seit den letzten dreizehn Jahren und es scheint, dass die Inflation nicht sofort abflauen wird. Die Frage ist also, wie man sich gegen eine langfristige Inflation wehren kann.

Es war üblich, Ersparnisse in einen sicheren Anlagehafen zu verlegen, den früher Staatsanleihen darstellten. Diesen schmälert jedoch die steigende Inflation die Realrenditen deutlich. Diese liegen jetzt sogar bei negativen Werten. Daher muss nach einer anderen Alternative gesucht werden. Nach Meinung vieler könnten die Anleihen durch derzeit beliebte Kryptowährungen ersetzt werden.

 

Lohnt sich eine Absicherung durch Kryptowährungen?

Trotz ihrer Popularität warnt beispielsweise die Bank Goldman Sachs vor der virtuellen Währung: „Kryptowährungen sind heute noch weit davon entfernt, ein langfristiger Beschützer von Vermögenswerten zu werden, wie es derzeit zum Beispiel Gold ist.“

Einige Analysten, wie Scott Minerd, der Vorsitzende von Guggenheim Investments, prognostizieren sogar für die stärkste Kryptowährung Bitcoin, einen weiteren starken Rückgang, bei dem ihr Preis bis auf 10 000 USD sinken soll.

 

Angespannter Aktienmarkt

Im Vergleich zu sinkenden Kryptowährungen und Staatsanleihen mit sehr niedrigen Realrenditen befindet sich der US-Aktienmarkt auf dem Höhepunkt. Seit Anfang 2021 ist eine Rekordsumme hineingeflossen, die alle bisher erzielten Höchststände um ein Vielfaches übertroffen hat. Derzeit können Anleger nur vermuten, wie lange die steigenden Kurse noch anhalten werden.

Laut einer Umfrage der Bank of America glauben nur 3% der Teilnehmer an ein Szenario, bei dem die Aktienmärkte fallen. Der Markt scheint noch nie so steigend gewesen zu sein wie heute. Wenn sich jedoch alle auf einer Seite des Schiffes befinden, ist es möglich, dass es kentert. Und deshalb müssen wir an den Aktienmärkten vorsichtiger sein.

Der stärkste Vermögenswert im Kampf gegen die Inflation scheinen weiterhin Edelmetalle, insbesondere physisches Gold, zu sein. Laut einer Analyse von Goldman Sachs liegt er jetzt deutlich unter dem Preis. Die Bank prognostiziert, dass das Edelmetall um etwa 38% auf 2 500 USD pro Feinunze steigen wird, was einem Verkauf von Fortuna-Goldbarren für etwa 2 400 EUR entsprechen würde.

Diese Entwicklung des Goldpreises erfolgt unter der Annahme, dass die Inflationsrate auch weiterhin ansteigt. Wenn die Inflation in der kommenden Periode eher bescheiden sein wird und sich die Wirtschaft allmählich erholt, wird der Goldpreis nach Schätzungen von Goldman Sachs um etwa 10 % steigen.

Die Bank schloss ihre Analyse mit den Worten: „Über der Entwicklung der Weltwirtschaft hängt immer noch ein riesiges Fragezeichen. Gerade deshalb ist der Kauf von Gold eine gute Strategie, um sich gegen eine potenziell steigende Inflation und die Risiken im Zusammenhang mit der Marktvolatilität abzusichern.“

Edelmetalle schützen daher weiterhin die Finanzen vor der Krise und werden den Beschützerstatus noch einige Zeit innehaben. Und egal, ob die Inflation moderat oder immer höher ist, der Kauf von physischem Gold ist ein vernünftiger Schritt, um Geld und die finanzielle Unabhängigkeit zu schützen.