Pensionsfonds in Westeuropa werden ihre Goldreserven erhöhen

Redaktion IBIS InGold

29. 06. 2021

Die Investitionen der Pensionsfonds durchlaufen eine Veränderung. Laut Recherchen beginnen sie, von Hedgefonds abzuweichen und mehr physisches Gold in ihre Portfolios aufzunehmen. Wie wird die Altersvorsorge weiter aussehen?

 

Physisches Gold ist eine langfristige Sicherheit, die sich mittlerweile dank der Regulierungen im Rahmen von Basel III (siehe Artikel „Die Kluft zwischen physischem und Papiergold wird breiter. Die Änderung kommt aus der Schweiz“) zu einem bewährten, sicheren und liquiden Vermögenswert auch in den Bilanzen von Banken und Finanzinstituten entwickelt hat. Gold steht nun im Rampenlicht, wie die Tatsache zeigt, dass der Schweizer Pensionsfond CPEV im vergangenen Jahr 146 Millionen Euro weniger in Hedgefonds investiert hat als im Jahr 2019, und Rohstoffe gegen physisches Anlagegold getauscht hat. 

CPEV beabsichtigt, die neu festgelegte Edelmetallallokationsstrategie noch einige Jahre fortzusetzen. 

Ein ähnlicher Trend ist auch in Großbritannien zu beobachten, wo laut einer Studie von NTree International 78 % der Pensionsfonds an Edelmetallen interessiert sind. Diese Fonds erwarten einen sogenannten Rohstoff-Superzyklus; einfach ausgedrückt, ein Jahrzehnt, in dem Rohstoffe über ihrem langfristigen Preisdurchschnitt gehandelt werden.

Von den 50 befragten britischen Pensionsfonds planen 64 %, ihr Vermögen in allokiertem Gold zu erhöhen, 42 % erwarten eine Erhöhung der physischen Silberreserven. 46% der befragten Fonds planen die Allokation von Platin und Palladium.

„Es hat leidenschaftliche Debatten darüber gegeben, ob wir uns in einem Rohstoff-Superzyklus befinden. Unsere Recherchen haben jedoch gezeigt, dass zumindest Pensionsfonds an diese Entwicklung glauben. Das zeigt ihr wachsendes Interesse an Rohstoffen, insbesondere an Edelmetallen, von denen ihre Anleger noch viele Jahre profitieren werden“, kommentiert Forschungsleiter Hamad Ebrahim die Ergebnisse der Studie.

Auf die Frage, welchen Anteil Edelmetalle am Vermögen für sie ausmachen sollten, antworteten 66 % der Pensionsfonds mindestens zwischen 5 und 7 %.

Über die Bedeutung von Goldbesitz sprach auch Joost von Leenders – Chef-Investmentstratege von Kempen Capital Management, wonach das Edelmetall eine sehr wichtige Rolle im Portfolio spielt, das zuvor durch Staatsanleihen vertreten wurde. Allerdings sind ihre Renditen in letzter Zeit auf sehr niedrigem Niveau.  

Neben britischen und Schweizer Pensionsfonds vertraut Gold auch der niederländische DSM-Fonds, der letzte Woche eine Erhöhung seines Goldvermögens um 5% bekannt gegeben hat. Als Hauptgrund nannte er eben dessen wichtige Rolle bei der Diversifizierung.

Zur steigenden Popularität von Edelmetallen trägt auch die Möglichkeit ihres Recyclings und ihrer Verwendung bei der Herstellung umweltfreundlicher Technologien bei. Die Bedeutung von „sauberen Technologien“ wird in Zukunft zunehmen und Edelmetalle sind ein unverzichtbarer Bestandteil davon. 

Aufgrund dieser Faktoren, verbunden mit der stetig steigenden Nachfrage nach Edelmetallen in physischer Form, ist davon auszugehen, dass die Anlagewelt entscheidende Momente erwartet, und dass physisches Gold zum beliebtesten Vermögenswert aufsteigen wird. Mit der wachsenden Nachfrage wird auch dessen Preis steigen, daher ist es ratsam, die aktuellen Preise zu nutzen, um Anlagegold in den Familienbesitz aufzunehmen.